Einsetzung Pfarrer Jens Köhre am 3. Oktober 2021, Reformierte Kirche Flims Dorf
Text: Susi Klausner, Bilder Jan Deflorin und Susi Klausner


Willkommen zurück in Flims, Familie Köhre!

In einem vielfältig musikalisch und von herzlichen Worten umrahmten Gottesdienst in der Reformierten Kirche in Flims Dorf ist Jens Köhre am 3. Oktober von Vizedekan Albrecht Merkel (Bildmitte) in Anwesenheit des Kirchgemeindevorstandes und zahlreichen Gottesdienstbesucherinnen und -besuchern als Pfarrer der Evangelischen Kirchgemeinde Flims offiziell eingesetzt worden.

Für Jens Köhre und seine Familie ist diese Einsetzung als Pfarrer eine Rückkehr, denn in den Jahren 2002/2003 hatte er bei Pfarrer Harald Schade, der seit Sommer 2021 in Pension ist, in Flims bereits seine Vikariatszeit absolviert.

Die Flimser Taizé-Abende
Vielen Flimserinnen und Flimsern ist Jens Köhre aus jener Zeit in bester Erinnerung geblieben, denn er hatte damals – als passionierter Gitarrenspieler – die wöchentlichen Abendgebete mit Liedern aus Taizé eingeführt.
Jens Köhre ist 1973 in Bielefeld (D) geboren und im Kreis Lippe, einem reformiert geprägten Landstrich in Nordrhein-Westfalen, aufgewachsen. Die Studien hat er in Münster, Basel und hauptsächlich in Heidelberg absolviert. Sein Herz hat er jedoch dem Bündnerland geschenkt.

Vielfältiges Engagement
Nach der Aufnahme in die Bündner Synode 2003 in Santa Maria im Münstertal führte ihn sein Weg für sechs Jahre nach Zizers, und von 2009 bis Sommer 2021 war er Pfarrer in Andeer.
Neben seinem grossen persönlichen Engagement für alle Menschen in seinen Kirchgemeinden ist Jens Köhre seit Januar 2021 im Bündner Kirchenrat für das Departement Bildung zuständig.

Der sportliche Pfarrer
Jens Köhre repräsentiert die Bündner Kirche auch sportlich, in der Fussballmannschaft der Bündner Pfarrpersonen, den «Pastors United», die zuletzt im Sommer 2021 gegen die Mannschaft der Schweizer Garde in Rom gespielt haben. 2015 spielten die «Pastors» (Bild, Jens Köhre, hinten, 2. von rechts) in Laax gegen das Team des «FC Rustico», in dem Menschen aus sieben Ländern vertreten sind. Obwohl die «Pastors United» beide Spiele verloren haben, ist die Freude an dieser wichtigen Grenzen überwindenden Netzwerk-Arbeit geblieben.



Gemeinsam stark: Die Geschichte vom Klüpperli
Das Motto der «Pastors United», passt perfekt zum Symbol, das Jens Köhre in seiner Predigt beim Einsetzungs-Gottesdienst beschrieb: Die Fussballmannschaft sieht sich, frei nach dem Ersten Korintherbrief 12,1 als «many parts – one unit», also «viele Teile – eine Einheit».
Als Symbol für ein funktionierendes Netzwerk und gelingendes Zusammenleben hat Jens Köhre in der Predigt eine gewöhnliche Wäscheklammer, in Bündner-Dialekt «Klüpperli», demontiert und damit die Zuhörenden auf sympathische und verständliche Art zum Schmunzeln und zum Nachdenken gebracht. Wer denkt denn bei einem solchen Alltagsgegenstand schon, dass er nur mit der Feder funktionieren kann, welche die beiden Teile flexibel verbindet.
Jedes Einzelteil für sich allein ist nutzlos. Genauso ist ein einzelner Mensch nur in einer guten Gemeinschaft stark, und zusammen kann etwas bewegt werden. Ein schönes Beispiel für eine tolle Zusammenarbeit ist die vom Kirchenvorstand so wertschätzend organisierte und durchgeführte Einsetzungsfeier.

Musikalischer Genuss und grosse Freude
An der Orgel begleitete die langjährige Organistin Barbara Caflisch die Feier mit einer anspruchsvollen Werkauswahl, genauso wie die Flötengruppe unter der Leitung von Mariurschla Caflisch. Für wohlige Gänsehaut sorgten das Jodelduett Denise und Ernst Wunderli mit ihren Liedvorträgen.
Die herzlichen Grussworte der Ehrengäste und die persönlichen Gespräche beim anschliessenden Zusammensein im Kirchgemeindehaus drückten die grosse Freude der Gemeinschaft über die Einsetzung des neuen Pfarrer aus.


Ein gewöhnliches Klüpperli, eine Holz-Wäscheklammer, wurde in der Predigt von Jens Köhre zum gut verständlichen Symbol für ein gelingendes Zusammenleben und eine funktionierende Gemeinschaft.
Bild Jan Deflorin


Drei herzliche Grussbotschaften

Der Flimser Gemeindepräsident Martin Hug freut sich in der Grussbotschaft der Gemeinde auf die weiterhin gute Zusammenarbeit der Gemeinde mit dem Pfarrer und dem Kirchenvorstand. Mit einem Augenzwinkern wies er darauf hin, dass diese Zusammenarbeit – im Gegensatz zur bekannten Geschichte von Don Camillo und Peppone – nicht mit Fäusten, sondern mit Worten geführt werden soll. Bild Jan Deflorin

Wally Bäbi, Präsidentin der Katholischen Kirchgemeinde Flims - Trin, hat als Symbol für die harmonische Zusammenarbeit und Gemeinschaft der beiden Kirchgemeinden das seit jeher klanglich aufeinander abgestimmten Geläute der Glocken der Kirchen im Waldhaus und im Dorf gewählt.

Miriam Neubert, Kirchenrätin des Kantons Graubünden und Pfarrerin in Tamins, hat die Glückwünsche der Evangelischen Landeskirche nach Flims gebracht und wünscht allen Gottes Segen für die gegenseitige Inspiration und das gemeinsame Tun.

Musik, die alle Herzen öffnet

Die Flimser Flötengruppe unter der Leitung von Mariurschla Caflisch umrahmte die Einsetzungsfeier mit den wunderbar tragenden und jubelnden Klängen der Tonarten von Sopran- bis Grossbass-Flöten.

Denise und Ernst Wunderli überbrachten ihre musikalischen Grüsse mit bewegenden Jodelliedern, wie «S'Tautröpfli» und «Dankbarkeit», vorgetragen mit ihren so harmonischen Stimmen. Bild Jan Deflorin

Das «Schicksal» der Organistin: Barbara Caflisch kann die Feier nur über den Rückspiegel verfolgen, und das Publikum sieht sie nur von hinten. Doch ihr einfühlsames Orgelspiel entschädigt alle für alles.

Freude herrscht!

Die Kirchentüre steht für alle weit offen. Vizedekan Albrecht Merkel (links), Präsidentin des Kirchenvorstandes, Nicole Romer-Frei und der neue Pfarrer von Flims, Jens Köhre, freuen sich über die schöne Einsetzungsfeier und auf das weitere Wirken in der Kirchgemeinde.

Herzlich willkommen in Flims: Pfarrer Jens Köhre und seine Familie sind angekommen und haben hier ihr neues Zuhause gefunden (von links): Josias, Vater Jens, Flurina, Mutter Corinna, Marie, Lena und Tim.